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THEMA DER WOCHE:

Stephen Batchelor: „Ich bin ein säkularer Buddhist.“

Was meine ich mit dem Wort „säkular“? Einerseits benutze ich es so, wie es üblicherweise verwendet wird, nämlich im Gegensatz zu dem, was wir uns unter Religion vorstellen. Doch ich verwende es auch in seinem wortgeschichtlichen Sinn. „Säkular“ kommt vom lateinischen „saeculum“, was „diese Zeit“ bedeutet. Damit ist nicht nur das Hier und Jetzt gemeint, sondern das Zeitalter, in dem wir uns befinden.

Als säkularer Buddhist verstehe ich meine Praxis in erster Linie als Antwort auf die Krise, die Fragen und das Leiden unserer Zeit. Historisch gesehen ist das, glaube ich, in jeder Epoche der Fall gewesen, in der der Buddhismus in einer Gesellschaft in Blüte stand. Ob wir die Zeit des historischen Buddha nehmen, als er auf das Drängende und die Krisen seiner Zeit geantwortet hat, oder die Zeit, als der Buddhismus nach China, Tibet oder in irgendein anderes Land kam:

Er ließ sich vollkommen auf die vorhandene Situation ein.

Doch verfestigen sich im Laufe der Jahrhunderte solche Antworten, Lehren und Praktiken offenbar immer wieder zu Orthodoxien, Praxiskanons und Machthierarchien. Wenn wir uns die Geschichte des Buddhismus anschauen, so sehen wir im Grunde Kreisläufe der Erneuerung. Auf der einen Seite gibt es natürlich eine Anerkennung der Tradition, die uns diese Lehren und Ideen überliefert hat, aber zugleich besteht die Herausforderung, sie in der Welt, in der wir uns jetzt befinden, anzuwenden.

Ich sehe das Ziel meiner buddhistischen Praxis nicht darin, ein endgültiges Nirvana zu erlangen, vielmehr sehe ich sie als einen Versuch, dem Rahmen des Achtfachen Pfades entsprechend zu leben und danach zu streben, darin als Mensch vollkommen zu erblühen. In anderen Worten: Bezogen auf die Vier Edlen Wahrheiten ist es die vierte, die ich zu verwirklichen trachte. Für mich ist klar, dass es bei der Praxis nicht nur darum geht, gut in der Meditation zu werden, sondern vor allem darum, jeden Teil des eigenen Menschseins als Fahrzeug zu nutzen.

In den ursprünglichen Pali-Schriften beschreibt der Buddha den Achtfachen Pfad als das, was es auszubilden sowie in die Praxis und ins Leben umzusetzen gilt, wobei er nicht allein Achtsamkeit und Konzentration betont.

PDF Downoad Link zur Leseprobe

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Stephen Batchelor ist einer der profiliertesten (Quer-)Denker des Buddhismus. In einem Vortrag im September 2012 auf der DBU-Tagung „Buddha im 21. Jahrhundert“ in Hamburg erläutert er seine Vorstellungen eines säkularen Buddhismus oder Buddhismus 2.0.

Läutet er damit eine notwendige Reformbewegung ein oder führt sein Ansatz in eine Sackgasse?

Wir freuen uns über eine lebhafte Diskussion.


Das neue Heft „Buddhismus aktuell”

www.buddhismus-aktuell.de Wie kann sich der Buddhismus im 21. Jahrhundert weiterentwickeln? Diese Thematik wird in „Buddhismus aktuell“ immer wieder behandelt. Im neuen Heft stellt Stephen Batchelor, Buchautor und Mitbegründer des Sharpham College in England, seinen Ansatz zur Diskussion: säkularer Buddhismus oder Buddhismus 2.0. Damit will er zeitgemäße Antworten auf die Krisen und Fragen unserer Zeit geben. Seine Thesen, weltweit rege diskutiert, laden zu Diskussion über die Wandlungs- und Zukunftsfähigkeit des Buddhismus ein. Auszüge des Artikels bietet die DBU als Service in einer Leseprobe als kostenfreies PDF. Lesen Sie auf www.buddhismus-aktuell.de mehr zum Thema „Säkularer Buddhismus“.



NEU UND AKTUELL:

Theravada AG: Bhikkhu Bodhi stiftet erhaltenen Preis

Der bekannte Theravada-Mönchsgelehrte Bhikkhu Bodhi aus USA ist 2013 Gewinner des mit 8000 US Dollar dotierten Preises der Khyentse Foundation, dem “Prize for Outstanding Translation”. Damit wurde seine ausgezeichnete Neuübersetzung der kompletten Angereihten Sammlung (Anguttara Nikaya) aus dem Pali ins Englische gewürdigt.

Voraussichtlich wird ihm die Auszeichnung Ende Mai in New York durch den Begründer der Khyentse Foundation, Dzongsar Jamyang Khyentse, persönlich übergeben werden. Der Ehrwürdige Bhikkhu Bodhi hat bereits angekündigt, dass er den Geldbetrag seiner Welthungerhilfe “Buddhist Global Relief” zukommen lassen wird. Mehr dazu demnächst im Newsletter der Khyentse Foundation unter www.khyentsefoundation.org

Die DBU ist der Dachverband der Buddhisten und buddhistischen Gemeinschaften in Deutschland. Sie besteht seit 1955 und ist die traditionsübergreifende, gemeinsame Stimme des deutschen Buddhismus.
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29. - 30. Mai 2013: Jetsün Khandro Rinpoche in Berlin
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25. Mai 2013: Vesakh-Feier im Münchner Westpark
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17. - 20. Mai 2013: Vipassana-Retreat mit Dhammaruwan
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7. - 9. Juni 2013: Lodjong mit Lama Kunga Dorje
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